Globaler Fleischmarkt wächst weiter
Der weltweite Fleischmarkt bleibt einer der wichtigsten Agrarmärkte überhaupt. Nach aktuellen Daten der FAO lag die globale Fleischproduktion bei 366 Millionen Tonnen Schlachtgewicht im Jahre 2023. Dies ist ein weltweiter Anstieg vom Jahre 2003 bis 2023 von plus 48 %. Besonders wichtig ist weiterhin Geflügel-, Schwein- und Rindfleisch.
Zu den größten Produktionsländern zählen die USA, Brasilien, China und die Europäische Union. Die höchste Produktionsleistung innerhalb der EU erzielen dabei Deutschland, Spanien und Frankreich.
In vielen Gegenden der Welt nimmt die Fleischproduktion weiterhin zu. In der EU ist dieser Trend sei etwa 20 Jahren abgeschwächt.
Weltweite Fleischproduktion
2003 | 2023 | Veränderung in Prozent | |
|---|---|---|---|
Menge insgesamt davon: | 248,3 | 366,7 | plus 48 % |
Geflügel | 76,1 | 142,2 | plus 87 % |
Schwein | 94,8 | 124,6 | plus 31 % |
Rind | 56,6 | 67,5 | plus 19 % |
Andere | 20,8 | 32,4 | plus 56 % |
Schlachtgewicht in Millionen Tonnen
Geflügel: Huhn, Pute, Ente, Gans, Perlhuhn
Quelle: FAO("Production"/"Crops and livestock products"/"Livestock Primary")
Geflügel bleibt weltweit der wichtigste Treiber
International ist seit Jahren klar erkennbar, dass Geflügel die wachstumsstärkste Fleischart ist. Die Gründe liegen in der vergleichsweise effizienten Produktion, den kurzen Mastzyklen, der breiten Konsumentenakzeptanz und einem meist günstigeren Preisniveau.
Damit verschiebt sich der Weltmarkt strukturell: Schwein und Rind bleiben weiterhin bedeutend, aber die stärkste Dynamik liegt klar im Geflügelsektor.
Meistgehaltene Tiere weltweit
2003 | 2023 | Veränderung in Prozent | |
|---|---|---|---|
Hühner | 15,9 | 27,1 | plus 70 % |
Rinder | 1,3 | 1,6 | plus 17 % |
Schafe | 1,0 | 1,4 | plus 30 % |
Ziegen | 0,8 | 1,2 | plus 48 % |
Enten | 1,0 | 1,2 | plus 24 % |
Schweine | 0,9 | 1,0 | plus 7 % |
Stückzahl in Milliarden
Quelle: FAOund Statistisches Bundesamt
Nachfrage wächst – aber nicht überall gleich
Der Weltmarkt wächst weiter, doch das zusätzliche Wachstum entsteht zunehmend außerhalb der klassischen Hochkonsumländer. OECD-FAO erwartet, dass 45 % des weltweiten Nachfragewachstums in den kommenden zehn Jahren auf Länder mit oberen mittleren Einkommen entfallen. Besonders dynamisch entwickelt sich Afrika: Dort soll der Fleischkonsum bis 2034 um 33 % steigen, vor allem wegen des starken Bevölkerungswachstums.
Die wichtigsten Exportländer prägen den Markt
Der globale Fleischmarkt ist nicht nur ein Produktionsmarkt, sondern stark vom Handel abhängig. OECD-FAO erwartet, dass Brasilien, die Europäische Union und die USA auch mittelfristig zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Fleischexporte stellen.
Bei einzelnen Fleischarten ist die Konzentration noch deutlicher. USDA sieht für 2025 ein starkes Wachstum der brasilianischen Hühnerfleischexporte, während im Rindfleischhandel enge Verfügbarkeiten in wichtigen Exportregionen zunehmend preisrelevant sind.
Österreich im internationalen Kontext
Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 58 kg lag der Fleischkonsum in Österreich laut RollAMA 2025 auf einem im internationalen Vergleich moderaten Niveau. In Deutschland werden pro Kopf fast 60 kg konsumiert, in den USA sogar mehr als 100 kg pro Jahr. Grundlage dieser Werte ist jeweils ausschließlich der tatsächliche menschliche Verzehr – nicht enthalten sind also nicht essbare Teile wie Knochen oder Fett sowie Nicht-Lebensmittelverwendungen wie etwa Tierfutter.
Aufteilung nach Produktkategorien der in Österreich verzehrten Mengen pro Jahr (RollAMA 2025):
- Rind und Kalbfleisch: 9,9 kg / Kopf
- Schweinefleisch: 32,6 kg / Kopf
- Geflügel: 13,8 kg / Kopf
- Schaf und Ziege: 0,7 kg / Kopf
- Innereien: 0,4 kg / Kopf
- Sonstiges: 0,6 kg / Kopf
Im Durchschnitt kommen die Industrieländer auf einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 68,6 kg, während für sich entwickelnde Länder ein Wert von 26,6 kg ausgewiesen wird. Die zugrunde liegende Abgrenzung folgt der bis heute üblichen FAO-Systematik: Zu den Industrieländern zählen Kanada, die USA, Europa, die GUS, Japan, Israel, Südafrika, Australien und Neuseeland, alle übrigen Staaten werden den sich entwickelnden Ländern zugeordnet.
Österreichische Produktion und Selbstversorgung
Statistik Austria weist für 2024 eine Bruttoeigenerzeugung von 860.100 Tonnen Fleisch aus (Schlachtgewicht inkl. Knochen und Fett). Gleichzeitig standen für die Ernährung im Inland 532.300 Tonnen Fleisch zur Verfügung. Der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch lag 2024 bei 107 %. Österreich war damit in Summe bei Fleisch rechnerisch mehr als selbstversorgt, auch wenn einzelne Teilmärkte stärker importabhängig sind als andere.
Selbstversorgungsgrad der einzelnen Produktgruppen (RollAMA 2025):
- Rind und Kalb: 148 %
- Schwein: 100 %
- Schaf und Ziege 83%
- Geflügel 74 %
Quellen: Statistik Austria, AMA Marketing und RollAMA, Statistisches Bundesamt, Fleischatlas 2021, OECD-FAO Meat



